Kurzbericht aus dem Gemeinderat – Sitzung vom 20.4.2026
Kurzbericht aus dem Gemeinderat – Sitzung vom 20.4.2026
In der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 20.4.2026 wurden folgende Themen behandelt:
Verabschiedung von Gemeinderätin Brosell und Nachrücken von Gemeinderat Kühnle
In unserer vergangenen Gemeinderatssitzung am 20.4.2026 stand unsere langjährige Gemeinderätin Ursula „Uschi“ Brosell (CDU/UFW) im Mittelpunkt der Sitzung. Nach fast 22 Jahren im Gremium hatte sie im März den Antrag eingebracht, aus dem Gemeinderat auszuscheiden.
„Sie hatte stets das große Ganze im Blick – die Weiterentwicklung unserer Gemeinde – und gleichzeitig ein ganz besonderes Augenmerk auf ihren Ortsteil Neckarmühlbach“, lobt Bürgermeister Ernst seine Amtskollegin Uschi Brosell, die stets mit ihrer offenen, herzlichen Art ein gutes Gespür für Menschen und Situationen bewiesen hat.
Auch im Ort vertraute man ihrem Engagement, sodass Frau Brosell seit dem Jahr 2004 immer wieder von den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Haßmersheim gewählt wurde, wie auch zuletzt bei der Wahl im Jahr 2024.
Frau Brosell bedankte sich für das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürgern, bei ihren Amtskollegen im Gemeinderat, bei Bürgermeister Christian Ernst und der Verwaltung für die gute Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis: „Die Arbeit im Gremium hat mir immer viel Spaß gemacht und ich wünsche meinen Amtskollegen weiterhin ein gutes Händchen“, so Frau Brosell.
Bürgermeister Ernst gab folgende Rede im Wortlaut wieder:
Liebe Frau Brosell, liebe Uschi,
sehr geehrte Damen und Herren,
heute ist ein besonderer Abend – denn wir verabschieden eine Persönlichkeit, die unsere Gemeinde über viele Jahre hinweg geprägt hat.
Frau Gemeinderätin Ursula Brosell war fast 22 Jahre ununterbrochen Mitglied dieses Gremiums. Im Jahr 2004 wurde sie erstmals auf dem Wahlvorschlag der CDU/UFW für den Ortsteil Neckarmühlbach in den Gemeinderat gewählt. Bei den Wahlen 2009, 2014, 2019 und auch 2024 wurde sie jeweils mit hervorragenden Stimmergebnissen bestätigt. Das ist alles andere als selbstverständlich – und ein klares Zeichen des Vertrauens und der Anerkennung durch die Bürgerschaft.
In diesen fast 22 Jahren hat sie drei Bürgermeister erlebt und den Wandel unserer Gemeinde aktiv mitgestaltet. Wenn man es mit einer Ehe vergleichen möchte, dann wäre das heute die „Bronzehochzeit“ – und ich finde, dieses Bild passt ganz gut: verlässlich, engagiert und mit einem langen Atem.
Für ihr kommunalpolitisches Engagement wurde sie bereits 2014 für zehn Jahre Tätigkeit mit der Ehrengabe des Gemeindetags gewürdigt. Und ich persönlich durfte ihr vor zwei Jahren die Ehrennadel sowie die Ehrenstele für 20 Jahre kommunalpolitische Arbeit des Gemeindetags Baden-Württemberg überreichen.
Was Ursula Brosell besonders auszeichnet, ist ihre offene, herzliche Art. Viele kennen sie aus ihrem beruflichen Alltag im Neckartal als hervorragende Gastgeberin. Genau diese Zugewandtheit, dieses Gespür für Menschen und Situationen hat sie auch in unsere Beratungen eingebracht.
Sie hatte stets das große Ganze im Blick – die Weiterentwicklung unserer Gemeinde – und gleichzeitig ein ganz besonderes Augenmerk auf ihren Ortsteil Neckarmühlbach. Große Themen wie neue Baugebiete oder die Nachnutzung der Polsterfabrik lagen ihr ebenso am Herzen wie die Entwicklung der frühkindlichen Bildung in unseren Kindergärten.
Und gleichzeitig waren es oft auch die kleinen, ganz konkreten Dinge, die sie immer wieder angesprochen hat. Dinge, die den Alltag der Menschen unmittelbar betreffen – wie zuletzt die Duschsituation in der Halle in Neckarmühlbach. Es freut mich, dass sich hier inzwischen spürbar etwas verbessert hat.
Uschi wusste immer sehr genau, was machbar ist – und was eben auch nicht. Diese Bodenständigkeit, gepaart mit Engagement und Herz, hat ihre Arbeit ausgezeichnet.
An Ostern ist Ursula Brosell 70 Jahre alt geworden – und wer sie erlebt, ob hier im Gemeinderat oder im Neckartal, der weiß: Sie ist nach wie vor voller Energie und Tatkraft.
Umso mehr respektieren wir ihren Wunsch, nun vorzeitig aus dem Gemeinderat auszuscheiden. Nach all den Jahren ist es absolut nachvollziehbar, dass nun mehr Zeit für Familie und persönliche Dinge im Vordergrund stehen soll – gerade neben einem nach wie vor sehr fordernden Berufsalltag.
Liebe Uschi, ich möchte dir an dieser Stelle ganz persönlich danken. In den gut vier Jahren unserer gemeinsamen Zusammenarbeit habe ich dich sehr schätzen gelernt. Für den offenen Austausch, für deine klaren Worte und vor allem für deinen großen Einsatz für unsere Gemeinde Haßmersheim und ganz besonders für Neckarmühlbach.
Als kleines Zeichen unserer Wertschätzung möchten wir dir neben Blumen und Urkunden auch ein Geschenk überreichen. Ich weiß, dass bei dir eine Haussanierung ansteht – deshalb soll es etwas Praktisches sein, aber gleichzeitig auch eine bleibende Erinnerung an deine Zeit im Gemeinderat. Unsere Kreativabteilung im Rathaus hat hierzu eine besondere Holzplatte gestaltet.
Liebe Uschi, für deinen weiteren Weg wünsche ich dir von Herzen alles Gute: Gesundheit, Zeit für die schönen Dinge des Lebens, viele wertvolle Momente mit deiner Familie – und natürlich weiterhin so viel Lebensfreude und Energie, wie wir sie an dir kennen.
Vielen Dank für alles, was du für unsere Gemeinde geleistet hast.
Des Weiteren dankte Herr Ulrich Hoffmann, stellvertretend für die Fraktion CDU/UFW Frau Brosell für ihr jahrzehntelanges Engagement im Gremium.
Nach ihrem würdigen Abschied aus dem Gremium wurde Herr René Kühnle vom Gemeinderat als Nachrücker verpflichtet. Herr Ernst las die Verpflichtungsformel vor und der neue Gemeinderat verpflichtete sich zur gewissenhaften Erfüllung seiner Pflichten. Herr Kühnle wird die Ausschusspositionen von Frau Brosell und Herrn Hoffmann übernehmen, somit ist er künftig ordentliches Mitglied im Technischen Ausschuss und im Verwaltungsausschuss Kinder- und Jugendbetreuung. Gemeinderat Hoffmann hingegen wird künftig anstelle von Frau Brosell ordentliches Mitglied im Zweckverband Wasserversorgungsgruppe Mühlbach sein.
Neufassung der Feuerwehrsatzung der Freiwilligen Feuerwehr Haßmersheim mit Abteilungen
Die aktuelle Feuerwehrsatzung der Gemeinde Haßmersheim stammt vom 21.6.2021 und entspricht in mehreren Punkten nicht mehr den aktuellen Rahmenbedingungen der organisatorischen Anforderungen des Feuerwehrwesens in der Gemeinde. Aufgrund der Struktur der Gemeindefeuerwehr und ihrer Abteilungen erteilte der Gemeinderat der Neufassung der Feuerwehrsatzung sein Einvernehmen. Die Neufassung regelt die Organisation, die Rechte und Pflichten der Angehörigen sowie die Untergliederung in Abteilungen gemäß der Struktur der Ortsteile.
Baugesuch in Hochhausen
Der Gemeinderat erteilte sein gemeindliches Einvernehmen i.S.d. § 36 BauGB für die Errichtung des Anbaus eines Service-Pavillons sowie die Neugestaltung der Außenanlage mit barrierereduziertem Zugang auf dem Flurstück 7309 der Notburga Kirche in Hochhausen. Der Pavillon dient insbesondere der Bereitstellung von sanitären Einrichtungen, ergänzend mit einer Teeküche und einem kleinen Putzraum. Parallel dazu wird der Zugangsbereich zum Innenhof neu geordnet und durch ein Rampensystem barrierearm erschlossen.
Umbau barrierefreie Bushaltestellen
In der vergangenen Sitzung stellten die beiden Herren Herr Leiblein und Herr Leopold des Büros IFK Ingenieure die Pläne für den barrierefreien Umbau der Bushaltestellen (zunächst je eine Haltestelle in Haßmersheim und Hochhausen) ausführlich vor. Der Gemeinderat beschloss vorbehaltlich der Förderung den barrierefreien Umbau der Bushaltestelle „Haßmersheim Friedhof“ in Haßmersheim sowie den barrierefreien Umbau der Bushaltestelle „Hochhausen Ort“ in Haßmersheim-Hochhausen. Das Ingenieurbüro IFK aus Mosbach wurde mit den Objektplanungsleistungen zum Gesamtpreis für Haßmersheim von 24.683,04 € brutto (12.889,49 € LP 1–5, 11.793,55 € LP 6–9) und für Hochhausen von 25.398,48 € brutto (14.057,51 € LP 1–5, 11.340,97 € LP 6–9) beauftragt. Die LP 1–5 wurden aufgrund der Fördermittelantragstellung bereits beauftragt.
Ausgleichsmaßnahmen im Zuge der Bauleitplanung und deren Umsetzung
Für die Baugebiete und Baumaßnahmen, die im Zuge der Bauleitplanung geplant, sich im Bau befinden oder bereits umgesetzt wurden, sind Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen. Die daraus resultierenden Ökopunkte werden einzelnen Maßnahmen angerechnet. Hierfür waren Herr Wagner vom Büro Wagner + Simon aus Mosbach und Herr Schmidt vom Ingenieurbüro Bioplan aus Sinsheim zur Sitzung anwesend und stellten dem Gremium den Sachverhalt zur Renaturierung des Mühlbachs vor.
Der Gemeinderat stimmte der weiteren Vorgehensweise zur Herstellung der Renaturierung des Mühlbachs als Ausgleichsfläche im Bereich des Wehrs in Neckarmühlbach in Verbindung mit der aktuellen Kostenschätzung und den daraus generierten Ökopunkten zu. Er erteilte sein Einvernehmen zur Beauftragung des Ingenieursbüros Kist & Theilig aus Mosbach für die Tragwerksplanung für die Renaturierungsmaßnahme des Mühlbachs im Bereich des Wehrs in Höhe von 35.567,56 €.
Feststellung der Jahresabschlüsse 2021 und 2022
Herr Milani vom Rechnungsamt stellte die Jahresabschlüsse für das Haushaltsjahr 2021 und 2022 vor. Der Gemeinderat erkannte diese einstimmig an.
Berichte des Bürgermeisters
Bürgermeister Ernst informierte über aktuelle Themen aus der Verwaltung:
- Das Landratsamt hat mitgeteilt, dass die immissionsschutzrechtliche Genehmigung des WEA für den Windpark Gundelsheim abgeschlossen ist.
- Eine erneute Preisanpassung bei Nussbaum Medien für das Amtsblatt ab 1.7.2026 wurde angekündigt.
- Für den Bäumlespfad wurde das Zonierungsverfahren vom Landschaftsschutzgebiet „Neckartal III“ erlassen. Dies bedeutet, dass die Zone für den Bäumlespfad für einen Solarpark befreit ist.
- Das teuerste Laubholz stammt aus dem Haßmersheimer Gemeindewald und erzielte bei einer Submission ein beeindruckendes Ergebnis von 4.805 €.



